Markstraße in den 60ern (Teil 2: Bordumplatz bis Grenzstraße)

Den vorhergehenden Teil des Marktstraßenbummel findest du unter https://bruniversum.com/ein-bummel-durch-die-marktstrasse-in-den-60ern/, die Fortsetzung unter  https://bruniversum.com/marktstrasse-in-den-60ern-teil-3-grenzstrasse-bis-goekerstrasse/

Die Bordumstraße überquert und plötzlich riecht es ziemlich streng nach Urin: Das ist ‚Klings Pissbude‘, eine der zahlreichen Bedürfnisanstalten, die unserer Vaterstadt den Ruhm eintragen, dass es nirgendwo in der Republik mehr davon gibt – bezogen auf die Einwohnerzahl, versteht sich. Das ist natürlich nicht der richtige Name, denn der lautet Erfrischungshalle Kling (Nr. 141 heute abgerissen). Ich ignoriere den Gestank und kaufe mir wie immer ein Stück Rolle-Schokolade. Oder zwei, in eine kleine Papiertüte verpackt.

Dann kommt Radio Mund (Nr. 131, heute Shishabar). Dort hat mein Vater sich immer Schallplatten von Freddy, Willi Hagara, Peter Alexander und Fred Bertelmann gekauft (echt schlimm!). Walter Mund war Kunde auf unserer Tankstelle und er fuhr einen VW-Samba-Bus mit ‚Oberlichtern‘ – ganz was Feines damals. Heute im gut erhaltenen Zustand vermutlich ein Vermögen wert. Daneben St. Pauli-Eck. Auf der anderen Straßenseite das Hauptgeschäft von Mund (Nr. 136), wo Fernseher usw. verkauft wurden.

https://youtu.be/kSYblBKZ75Y (1963)
https://youtu.be/rR5kXQF7DPU (1958)
https://youtu.be/4OJzTdkCm7k (1959)
https://yout.be/ KD0eJ7Wf8qk (1958)
https://youtu.be/coJRbKpiQOk (1959)

Unsere Mütter waren miteinander bekannt. Ich war zeitweise in der Marktstraße bekannt wie ein bunter Hund, mit meinem Trenchcoat, Gamaschen und einer Holzente, die ich hinter mir her zog. Das sollte ein Happening sein, mit dem ich die Absurdität der Hundehaltung geißeln wollte. Doch leider verstand keiner die Message. So auch Frau Mund, die meine Mutter eines Tages vertraulich beiseite zog und zu ihr sagte: „Frau Bruns, was ist denn mit ihrem Sohn passiert? Das war doch früher mal so ein stattlicher und intelligenter Junge. Und jetzt hat er einen Dachschaden! Zieht eine Holzente hinter sich her, wie ein Dreijähriger. Wie ist das passiert?“. Meine Mutter brach fast in Tränen aus und erzählte, was sie schon alles versucht hätte, mich von meinem verrückten Treiben abzubringen. Sie habe die Holzente weggeworfen. Resultat: Ich hätte mir eine Größere gekauft. Irgendwann lernte ich ein Mädchen kennen, und das setzte mir die Pistole auf die Brust: Entweder die (Holzente) oder ich! Und das war das Ende meines Happenings.

Apropos Cassetta in Canada: Glaubt es oder nicht, mein kleiner Bruder war davon so begeistert, dass er nach Canada auswanderte. Als ich ihn Mitte der 90er-Jahre mal in Vancouver besuchte, brachte ihm ihm die Scheibe mit. Er hat sie gleich in seine Rock-o-la (?)-Jukebox einsortiert und das Ding dudelte tagelang. Eines Tages kam eine deutsche Bekannte, eine Berlinerin namens Helga Brenneisen zu Besuch. Die war in den 60er-Jahren ausgewandert. Sagt mein Bruder zu ihr: „Hey, Helga, mein Bruder hat ’ne dufte Scheibe aus Berlin mitgebracht. Willste mal hören?“. Und los ging’s: ‚Wir kaufen uns ein ein Häuschen, ein Cassetta in Canada ….‘. Und was passierte? Helga fing an zu heulen! – „Mensch, Helga, was ist denn los?“, fragte meine Atze besorgt. Und schluchzend erzählte Helga ihre Geschichte: „Vor meiner Auswanderung habe ich mit meinen Freunden Abschied gefeiert. In der Kneipe ‚Hecht‘ in der Sonnenallee in Neukölln. Und da haben die immer dieses Lied gespielt! Das habe ich seit damals nie wieder gehört“.     

Das frühere Geschäft von Radio Mund
Die stadtbekannte Holzente
Moderne Zeiten in der westlichen Marktstraße
Das waren noch Zeiten!
Das waren noch Preise!
Blue City - W'havens Haus der Sex-Schocks

Dann kommt Schrötter Tabakwaren und Sigismund Eisenwaren (Nr. 129).  Auf der anderen Straßenseite der Schlachter Rossignol sowie Thams & Garfs Lebensmittel. (Nr. 130). In der Nr. 127 Lederwaren Linnemann und Seibicke Textilien. Deren Kinder kannte ich, ich glaube Linnemanns Sohn war mal Karnevalsprinz. Auf der südlichen Straßenseite das Eiscafé Capri. Auf der Nordseite folgt der Friseur Carstens und Rundfunkreparatur Höfken (Nr. 125). Gegenüber die Kneipe von Bergerhoff und Gold- und Silberwaren Grön. (Nr. 126). Daneben Schiff Ahoi und Thymm Goldwaren. Auf ‚meiner‘ Seite der Schuhmacher Christians (Nr. 121, heute eine Methodistische Kirche), auf der anderen Seite der Klempner Wohlfahrt, Pelze Gabel und Eiscafé Italia (Nr. 122). Später dann Blue City, dies ist das einzige Haus, das auf der Südseite zwischen der Einmündung Bordumstraße und Schillerstraße noch steht. Soll demnächst abgerissen werden. Hier gingen die größten Sauereien der Stadt ab! Auch die Häuser zwischen 122 und 114 sind heute verschwunden. Auf der Nordseite dann Möbel Seeger (Nr. 119, heute Gaststätte City Treff).

Gegenüber Blumen Jochens (Nr. 120), auch er Kunde auf unserer Tankstelle.Neben Möbel Seeger das Geschäft von Farben Rittberg (Nr. 117, heute ein auffallender, bunter Neubau, Mulles Tattoo Salon). Marktstraße 115 und Nr. 118 waren nach meiner Erinnerung schon damals leere Grundstücke. In der Nr. 116 auf der Südseite der Schlachter Becker. Auf der Nordseite Hanshaltsgeräte Franzen (Nr. 113), davor waren in dem Haus auch mal die Glaserei Gutschmidt und Witte Textilien ansässig.  Später denn Haushaltsgeräte Sandow und noch später das Flic Flac von Clarence Röskamp. Der war in W’haven bekannt wie ein bunter Hund, hatte mal Dekorateur gelernt, wenn ich mich recht entsinne. Der Kerl hatte ein Händchen für Inneneinrichtungen und machte am laufenden Band neue Kneipen auf, die er nach kurzer Zeit wieder verscherbelte. Neben Flic Flac fällt mir noch das Land’s End am Hafen ein. Auch das Theatercafé hatte er mal gepachtet. Er fuhr immer mit dicken Schlitten herum und brach die Herzen der stolzesten Frauen. (Heute City-Hafen-Markt, Lebensmittel).

Das ehemalige Farmer Bill, später Twen Club
Die 'Kleine Gondel'
Reklame aus Branchenbuch
Ehemals Polstermöbel Buslay
Grünpack - meine Lieblingsmarke!

Jetzt überquere ich die Schillerstraße – willkommen im Idioten-Dreieck! Direkt an der Ecke in der Nr. 111 der Farmer Bill, später Twen Club (heute Spielhalle Mega-Fun-Casino). Gegenüber die Nr. 114, früher Buslay Polstermöbel, davor Schirmfabrik Stockhaus. Heute anscheinend Leerstand. Direkt neben dem Twen Club war früher die Kleine Gondel (Nr. 109, später Empire Dance und Tanzcafé Revival). Gegenüber die Nr. 112, früher Kehrholff Seifen und Milchladen Onken. (Heute Restaurant Aladdin). Neben der Gondel in der Nr. 107 waren Friesen-Drogerie und Buttfanger Uhren (heute GLS Paketshop und Afro Shop). Auf der Südseite stand früher die Nr. 110 (Buttfanger Uhrenladen, heute abgerissen).

In der Nr. 105 früher Schuh-Hansa, heute Stempel Makowski, der übrigens auch immer munter hin und her zog in der Markstraße. Zu Schuh-Hansa ging meine Mutter immer gern, weil der Chef dort aus Dresden war – wie sie selbst. Die konnten dann stundenlang sächseln über Dresden: Die Semperoper, den Zwinger, das Italienische Dörfchen, die Frauenkirche – damals alles leider kaputt. Ich war mit meiner Mutter 1964 mal zu Besuch in ihrer Heimatstadt. Es sah aus, als ob der Krieg gerade erst zu Ende gegangen sei. Am Bahnhof fuhr die Straßenbahn noch durch riesige Trümmerberge. 

Marktstraße 98-94
Asia-Saigon Shop, Nr. 94
Marktstr. 94, Jonathans Naturkost
Früher Café Kever, heute Sexshop - Erotikartikel statt Backwaren

Auf der Südseite die Nr. 108, damals Leichsenring Campingbedarf und Strickwaren. Als Kinder haben wir den Laden immer Leichenring genannt. Auch ‘ne Glaserei Lühr gab’s mal dort. Heute sind dort die Werbegemeinschaft Westliche Marktstraße und Glaserei Amandi ansässig. Direkt daneben die Nr. 106, wo das Geschäft von Samen Daniels war (später Tee-Import, heute Mutlus Schusterwerkstatt). Dann kamen Trümmergrundstücke. Auf der Nordseite (Nr. 97/99) Hotopp-Betten und Stölzle Radio (heute steht dort ein Neubau, Beerdigungsinstitut Kretschmer und Friseur Arians). In der Nr. 95 jetzt Konditorei Fürstenwerth.

Auf der Südseite keine Info über die Nr. 98 (heute Haruka Restaurant). In der Nr. 96 Möbel Tönnies und – Makowski-Schilder (heute Immobilen-Scout?). Irgendwann war da auch mal ein Plattenladen namens ‚Die Rille‘, der ganz gute Scheiben verkaufte. Weiß aber nicht mehr genau, wo. Der Inhaber hieß Hans und hat mir mal ein Babe ausgespannt. War aber ‘n netter Kerl und Kumpel von Rüdiger Mammen. Daneben in der Nr. 94 früher Ostendorf Porzellan und Brillen-Leiner (heute Asia Shop Saigon und Jonathans Naturkost). Auf der Nordseite Café Kever (Nr. 93, heute Orion Sexshop).

Buchhandlg. Jaspers - The last waltz
Der Modekönig von Schlicktau in der Pepitajacke von Pioch
Süßwaren-Freese
Schaschlikspieß mit Zigeunersoße!
Lukullus - wenn der wüsste, was dort in seinem Namen geschah ...

Ich überquere die Mitscherlichstraße, bleibe auf der Nordseite. An der Ecke (Nr. 91) früher Jaspers Buchhandlung und Radio Backhaus (heute DHL-Paketshop). Direkt gegenüber auf der Südseite die Nr. 92 früher Freese Süßwaren, später Popken Bekleidung, heute ein – ziemlich teurer – Friseur-Salon und Care People Pflege. Ich meine, mich erinnern zu können, dass früher auch mal der Polsterer Erich Misterek da drin war. Kunde auf unserer Tankstelle, von meinem Vater freundschaftlich ‚Mister Dreck‘ genannt, weil er nie seine Rechnungen bezahlt hat. Direkt daneben die Nr. 90, früher Blumen-Schröder und Italia-Eis. Mein Vater war im Krieg in Italien gewesen und hatte ein paar Brocken Italienisch gelernt.

Er pflegte immer augenzwinkernd zu sagen, dass er die Italiener ‚nur flüchtig‘ kenne. Hat sich trotzdem mit der Verkäuferin unterhalten, die für mich damals sehr exotisch wirkte. Mein Vater setzte nie einen Hut auf, wenn er in die ‚Stadt‘ ging. Seine Begründung: „Ich kenne so viele Leute, da tut mir ja abends der Arm weh vom dauernden Hutabsetzen!“ Das waren Probleme! Auf der Nordseite die Nr. 89, das Bekleidungsgeschäft  Pioch (Inh. Rudolf Schramm, auch er Kunde auf unserer Tankstelle). Der Laden kam mir damals immer sehr elegant vor. Meine Eltern haben dort mal eine Pepita-Jacke für mich gekauft, die ich zur Konfirmationsprüfung trug, heute Mangal-Grill.

Direkt gegenüber in einem Flachbau das Restaurant Lukullus. (ehemals Marktstr. 90, heute abgerissen). Dessen Namensgeber, ein römischer Feldherr, hat bekanntlich die Kirsche aus Kleinasien nach Europa gebracht und galt allgemein als Feinschmecker. Ob ihm die dort servierten Speisen geschmeckt hätten, sei einmal dahingestellt. Ich fand sie jedenfalls ziemlich ungenießbar, wenn ich ehrlich sein darf. Dort hatte ich mal ein unvergessliches Erlebnis. Ich saß mit meiner Freundin Rosi und ihren Kindern dort. Beim Verzehr eines lukullischen Schaschlik-Spießes mit Zigeunersoße fiel mir vor dem Lokal ein Penner auf. Der fischte sich aus dem Abfallbehälter vor dem Laden eine weggeworfene Tüte mit Pommes frites heraus und verzehrte genüsslich die kalten Fritten. Wer beschreibt mein Erstaunen, als sich der Mann bei näherem Hinsehen als ein alter Freund, der durchgeknallte Helmut B. entpuppte! Lange Zeit einer meiner besten Kumpels, wir hatten uns bei Göpffarth kennen gelernt und angefreundet. 1968 ging er nach Berlin und ich folgte im nächsten Jahr.

Wir hatten zusammen in einer W’havener Kommune gewohnt (https://bruniversum.com/kommune) und später meine Bruchbude in der Dresdener Straße (https://bruniversum.com/bruchbude/) geteilt. Mit einem Klopfen an die Scheibe winkte ich den alten Gefährten herein. Das war eine Freude! Auf Befragen, ob man irgendetwas für ihn tun könne, sagte B., dass er alles habe, was er brauche. Allerdings würde er gern seine Pommes in meine noch warme Zigeunersoße stippen. Zutiefst erschüttert stimmte ich dem seltsamen Verlangen zu. (https://bruniversum.com/kreuzberger-hinterhofgeschichten/). Später machte er Schlagzeilen mit einem versuchten Banküberfall – so habe ich es jedenfalls gehört. Zu diesem Zweck tat er sich mit ein paar nicht so hellen Komplizen zusammen (Name bleibt hier ungenannt). B. war der Meinung, dass zu einem vernünftigen Banküberfall auch ein cooles Auto gehört. So lieh er sich einen auffälligen Straßenkreuzer und fuhr damit zum Tatort. Leider kam die Polizei durch das auffällige Fluchtauto schnell auf ihre Spuren. So hörte ich. Später landete er in der Geschlossenen.

Eden - gibt's auch schon lange nicht mehr ...
Marktstr. 71/Ecke Grenzstraße
Weihnachten 1960 vor Leffers

Auf der Nordseite (Nr. 87) früher Beckmann-Textilien, später Falkenberg-Moden (heute ein vietnamesischer Gemischtwarenladen und ein Wettbüro. In der Nr. 85 damals das Modegeschäft  Berliner Chic und Drogerie Deutschmann, so viel ich weiß, kam deren Inhaber auch aus Dresden (heute Silhouette Brautmoden). In einem Flachbau daneben (Nr. 83) war früher der Rechtsbeistand Eilers, später Faß-Moden und Willms Auktionen (heute Kabel Deutschland und ein Nagelstudio) Auf der Südseite in der Nr. 86 Schreibwaren Gröck (heute ein Kiosk und nebenan noch ein Nagelstudio). Meine gute Freundin Hendriekje Strömer hatte den Laden auch mal. Sie ist die unbestrittene Umzugsmeisterin der Marktstraße. Daneben jetzt das Schuhhaus Zum Norde (Nr. 84), der Rest gehört damals immer zu Leffers (78-82). Daran habe ich kaum Erinnerungen, kann mich nur daran entsinnen, dass zum Sommerschlussverkauf (SSV) die Leute teilweise vor der Tür übernachtet haben. Neben Leffers damals in der Nr. 76 des Auktionshaus Kleuker (auch Briefmarkenfachgeschäft), die Leihbücherei Biller und Lebensmittel. Auch ein Kurzwarengeschäft war mal dort drin. Kleuker zog m. W. später in die Marktstraße Nr. 67 um. Der Sohn Goofy (leider verstorben) war ein Klassenkamerad von mir.

 Wir hatten zusammen Tanzunterricht bei Lisa Neumann in der Müllerstraße. Anfangs durften wir da unsere eigenen Scheiben mitbringen, aber als Goofy ‚Surfin Bird‘ mitbrachte, war Lisas Geduld erschöpft. Obwohl wir viel lieber The Bird is the Word statt Foxtrott getanzt hätten:  https://youtu.be/9Gc4QTqslN4. Daneben, in der Nr. 74, das Geschäft von Högemann. Es befand sich früher in der Nr. 66, aber er verkaufte seinen Laden an Michael und Hannelore Herbst (M&H) und zog in die kleineren Räume in der Nr. 74. Habe keine Erinnerungen mehr an diese Läden. Später erweiterte Leffers und die Nummern 76 und 74 wurden Teil des Bekleidungsgeschäftes. Högemann zog dann in die Mitscherlichstraße und in meiner Erinnerung war es ein Jeansladen. Obwohl er sicherlich auch andere Textilien dort verkaufte. Högemann war jedoch kein Geschäft wie jedes andere: Der Mann war eine Legende! Alte Schlicktauer erinnern sich noch an seine Werbesprüche, die sogar in den W’havener Gymnasien diskutiert wurden: Carthaginem esse delendam – aber nicht die Hosen von Högemann! Wer mehr über ihn wissen will, findet es hier:  https://www.myheimat.de/wilhelmshaven/wie-war-das-noch-zb-mit-franz-hoegemann-und-seinen-vielen-geschaeften-d96199.html

Goofy Kleuker
The Trashman - Surfin' Bird (https://youtu.be/9Gc4QTqslN4)
Lisa Neumann

Die unvergesslichen Anzeigen von Franz Högemann

Zurück auf die Nordseite. In der Nr. 81 Dannmann (Babyausstattung und Spielwaren), heute pleite. Da arbeitete die Mutter meines Nachbarn Volker Palm. Auch Foto Trinkaus war mal in dem Haus. In der Nr. 79 war mal ein Supermarkt, ist mir aber entfallen, wie er hieß, mglw. Co-Op. Erinnere mich daran, dass da mal ‘ne Betrugsmasche aufgeflogen ist: Einige Verkäuferinnen hatten sich dort zu Sonderpreisen bedient … Später wurde eine Spielhalle daraus, ist glaube ich immer noch da. Dann in der Nummer 77 Woolworth – offenbar nicht totzukriegen, der Laden.  

Ich überquere die Gerichtsstraße. An der Ecke die Nr. 75, Schreibwaren Eden. Interessante Website über deren Aktivitäten siehe (https://www.merkurit.info/eden-estral). Daneben ELRAS, wo Rasierapparate und dergleichen verkauft wurden. Dort erlitt mein Kumpel Wolfgang Roth (siehe Bild links), seines Zeichens Leffers-Lehrling und später Gitarrist bei den Phantoms, den Schock seines noch jungen Lebens. Er kam an einem Sonntag mit etwas längeren Haaren aus dem Urlaub zurück und konnte daher nicht mehr zum Friseur gehen, bevor er zur Arbeit ging. Als sein Ausbilder, Herr Clemens, ihn so sah, flippte der völlig aus. Er zog ihn an den Ohren quer über die Straße zum ELRAS-Laden, ließ sich einen Rasierer geben und verpasste ihm einen Pottschnitt, der sich gewaschen hatte. Konnte sich anschließend drei Wochen nicht mehr im Farmer blicken lassen. Tja, so war das damals – und keiner hat sich darüber beschwert (heute Orient Backhaus und First Class Herrensalon). Daneben in der Nr. 73 Schumacher Büromaschinen (heute Der Stoff, Stoffgeschäft und GN Kosmetiksalon). Daneben die Nr. 71, darin damals u. a. Musikhaus Skalsky, Buchhandlung Lohse und Textil-Lübben, (heute Stadt-Apotheke und Arztpraxen).