Private Handelsschule Göppfarth

Stenoschriften
Gar nicht so unähnlich, oder?

Die vom Rechtsanwalt Fritz und seiner Frau Wilma betriebene ‚Private Handelsschule‘ war in der Jadestadt neben Engelhardt die letzte Zuflucht für gescheiterte Schüler der öffentlichen Schulen. Ganz hoffnungslose Fälle wanderten in die Internate in Jaderberg und auf Wangerooge, die allerdings nicht gerade billig waren. Wenn der Vater beschlossen hatte, dass es an der Zeit sei, den Schulversager mit dem Ernst des Lebens zu konfrontieren – der Lohnarbeit –, war die Zeit für G. gekommen. Diejenigen, die eine kaufmännische Laufbahn einschlagen wollten, waren dort am richtigen Platz! Da ich körperlicher Arbeit abhold war und nach dem Wunsch meines Vaters im Büro arbeiten sollte, lag es nach meinem unrühmlichen Abgang von der Freiherr-vom-Stein nahe, mich dorthin zu schicken. Und da saßen sie nun: die gescheiterten Existenzen aus Gymnasien und Realschulen, ja sogar von der Volksschule … Dort lernte ich Steno und Schreibmaschine. Ersteres erwies sich als sehr nützlich, als ich später exotische Schriften wie Tamil oder Burmesisch erlernte, die nach einem ganz ähnlichen Prinzip aufgebaut sind.