Studienreisen – hinter den Kulissen …

Welcome my friend, welcome to the machine.                                                                   

Where have you been?’ (Welcome to the machine, Pink Floyd)

Ja, wo war ich eigentlich gewesen? Draußen, in der Travellerszene! Doch irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich doch mein Hobby eigentlich zum Beruf machen könnte. Gesagt, getan, ein paar Reiseveranstalter angeschrieben – und – ZACK! – war ich drin. Kein Wunder angesichts meiner Qualifikationen! Und jetzt habe ich endlich mal die Gelegenheit, ein bisschen aus dem Nähkästchen bzw. der Maschinerie zu plaudern … 

… Nehmen wir mal Lehrgänge bzw. Seminare, davon habe ich noch gar nicht erzählt. Eines Tages konnte man sich beim besten Willen nicht mehr drücken vor der Teilnahme an den gefürchteten Seminaren und Lehrgängen der Firma. Keine Ausrede half mehr, denn das gehörte zur ISO-Zertifizierung! Der Erste-Hilfe-Kurs war vergleichsweise harmlos, ein Tag und das war’s. Seminare dauerten jedoch mehrere Tage! Zusammengepfercht mit irgendwelchen lernbegierigen Reiseleitern, die ihre freie Zeit nutzten, um ins Museum des Ortes zu gehen und zu demonstrieren, was für tolle Culture Vultures sie doch waren. Unvergesslich der Auftritt einer ägyptischen Kollegin. Die referierte allen Ernstes darüber, wie stolz sie darauf sei, für die Firma zu arbeiten. Stolz! Wenn sie auf irgendwelchen schuhkartonähnlichen Nildampfern ankam, stand die ganze Besatzung stramm: „Das ist die Reiseleiterin von ABC!“ murmelten sie ehrfürchtig. Na, das geht doch runter wie Öl! 

Bei einem Lehrgang unter Leitung einer firmeneigenen Psychotante mussten wir Gruppen bilden, die nach Augenfarbe sortiert wurden. Kein Quatsch! Und dann im Kreis aufstellen und dem Vordermann den Rücken massieren – ungelogen! Und unvergesslich! Ich, der Junge aus einfachem Hause, mitten in dieser Psychokacke: Wie habe ich mich geschämt! Wir bekamen einen Bogen DIN A4 Papier und eine Schere in die Hand gedrückt. Damit sollten wir ausdrücken, was uns die Zusammenarbeit mit der Firma bedeutete. Und auch noch unser Kunstwerk erläutern! Ich zerknüllte das Papier zu einem Ball. Den schwer beeindruckten Teilnehmern sagte ich, dass dieses Knäuel einen Kokon symbolisiere. Der mir Geborgenheit vermittle – so wie die Firma! Tiefpunkt der Erniedrigung war ein Auslandsseminar mit den Bigshots der Firma. Glücklicherweise kam kurz danach die Zusammenarbeit mit ihr zum Erliegen. Doch die seelischen Narben bleiben!

Eine ganz besondere Leistung ist die ISO-Zertifizierung eines – hier ungenannt bleibenden – Unternehmens einschließlich seiner Reiseleiter. Wie stolz war ich, als ich das Zertifikat endlich in Händen hielt: ISO-zertifiziert, wie die Toilette am Flughafen in Bangkok oder die Ramschprodukte chinesischer Spielwarenhersteller, die Kleinkinder weltweit mit hochgiftigen Barbiepuppen traktieren!!! 

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