Weihnachten

Nun singet und seid froh, in dulce jubilo - ohne mich!

auch ‚Heiliger Abend‘ oder ‚Das Fest‘ genannt. … Nachmittags schmückte der Vater den Christbaum in der Stube, die bereits seit dem Vorabend gesperrt war. Gegen sechs Uhr, nachdem der Kartoffelsalat mit Frikadellen endlich verzehrt war, durften alle schließlich die lichterglänzende gute Stube betreten. Von einer Schallplatte erklangen die Regensburger Domspatzen (oder waren es die Wiener Sängerknaben oder gar der kommunistische Dresdener Kreuzchor?) und sangen Weihnachtslieder wie Stille Nacht, dazu bimmelten irgendwelche Glocken. Im Fenster leuchtete die Kerze für unsere Brüder und Schwestern im Osten, die diesen Tag wegen der gottlosen Kommunisten nicht Weihnachten und Engel nicht Engel (sie mussten ‚geflügelte Jahresendfigur‘ sagen: Wer das nicht tat, wurde an die Wand gestellt!) nennen durften. Aber ihre Weihnachtspyramiden und Nussknacker aus dem Erzgebirge wollten die Dreckskerle uns immer gern andrehen, und Spielwaren-Finke in der Virchowstraße machte sogar mit bei der Farce. …

Hands up at Christmas